| Victoria
Falls – Okavango Delta – Sonnenfinsternis in Zimbabwe
Am
9. Juni 2001 begann mein erster Afrikaurlaub mit dem Abflug vom Flughafen
Frankfurt über Zürich nach Johannesburg.
Nach neuneinhalb Stunden Flug betrat ich zum ersten Mal den afrikanischen
Kontinent. Hier in Johannesburg hatte ich vier Stunden Aufenthalt,
bevor es mit Air Zimbabwe nach Harare ging.
In Harare hatte ich ein Zimmer im Holiday Inn gebucht. Ein, meiner
Meinung nach, sehr zu empfehlendes Hotel. Im Erdgeschoß des
Hotels ist ein Steakhaus, in dem man sehr gut essen kann.
Am nächsten Tag (11. Juni) wurde ich um 7:30 Uhr vom Hotel abgeholt,
und in einer sehr rasanten Fahrt durch Harare zum Flughafen gebracht,
da ich noch einen Inlandsflug vor mir hatte.
Die
Abflughalle für die Inlandsflüge lässt sich nicht mit
dem Flughafenterminal für internationale Flüge vergleichen.
Man fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Man sitzt in
einer zugigen Wellblechhalle, in der die Vögel ein und aus fliegen.
Kunstlederbezogene Sitzbänke laden zum Platznehmen ein. Kaum
hat man sich hingesetzt, kommt von irgendwo ein Kellner in schwarzer
Hose, mit weißem Jackett, und Tablett in der Hand, und fragt
höflich, ob man etwas zu trinken wünscht. Ich habe mir einen
Kaffe bestellt, der mir dann nach 5 Minuten frisch aufgebrüht
serviert wurde. Als Check-In-Schalter dienen alte Sackwaagen, die
man bei uns bestenfalls noch im Museum sieht.
Der ca. 50minütige Flug nach Victoria Falls war sehr schön,
mit einer tollen Sicht auf Zimbabwe.
Vom Victoria Falls Airport wurde ich dann zum Rainbow Hotel gebracht.
Unterwegs sah ich dann meine ersten Tiere der afrikanischen Wildnis.
Eine Horde Paviane!
Nachdem ich mich in meinem Zimmer eingerichtet habe, bin ich zu den
Victoria Fällen gegangen. Damals war es noch so, das man, sobald
man die Straßen von Victora Falls betreten hat von einer Menge
Menschen umzingelt war, die alle irgendetwas verkaufen wollten. Man
mußte schon rigoros sein und die zu Teil sehr verlockenden Angebote
ausschlagen, um nicht noch mehr bedrängt zu werden.
Die Victoria Fälle haben im Juni noch sehr viel Wasser, und die
Gischt ist schon von weitem zu sehen, denn sie steigt gut 300 Meter
in den Himmel. Zum Glück konnte ich vor dem Eingang einen Regenschirm
und ein Regencape mieten. Wenn es auch nicht ganz billig war.
Die
Victoriafälle sind zu dieser Jahreszeit wirklich imposant. Auf
1700 Metern stürzen pro Minute ca. 500 Millionen Liter Wasser
in die 108 Meter tiefe Schlucht. Und ich war froh, mir das Regencape
und den Schirm gemietet zu haben. Die Gischt ist zeitweise so dicht,
das die Fälle hinter einer weißen Wand aus Wasser verschwinden.
Nur wenn eine leichte Briese den Vorhang öffnet, kann man die
Wassermassen in die Tiefe stürzen sehen.
Das
Donnern des Wassers ist fast Ohrenbetäubend, und selbst im Ort
überall zu hören.
Am
12. Juni wurde ich vom Rainbow Hotel über die Grenze von Botswana
zum Flughafen von Kasane gebracht.

Das
war der Start meiner 6-Tage-Fly-In Safari ins Okavango Delta.
Mit
dem Luft-Taxi, einer kleinen Cessna, wurde ich mitten ins Okavango
Delta gebracht.
Es
ist ein tolles Erlebnis, Botswana aus der Luft zu sehen.Beim
Flug über den Chobe Nationalpark (NP) sieht man nur die endlosen
Pisten, die sich von Horizont zu Horizont ziehen, und die trockene
staubige Landschaft. Über dem Moremi Wildlife Reserve änderte
sich die Vegetation. Die Bäume sind grün, hier und da ist
eine Elefantenherde oder einzelne Giraffen zu sehen.
Erstes
Ziel war die Eagle Island Lodge auf Chief´s Island.
Es
ist eine Lodge direkt am Wasser. Die Stille ist überwältigend,
und wird nur vom Schrei der Schreiseeadler unterbrochen.
In
diesem Luxuscamp habe ich zwei wunderschöne Tage verbracht. Mit
Bootstouren am Vor- und Nachmittag, von denen zwei Touren mit dem
Mokoro unternommen wurden. Es gab vor allem Vögel zu sehen, wie
z.B. Schreiseeadler, Kingfisher, Klunkerkraniche und verschiedene
Reiher. An Großwild sah ich Büffel, Lechwe Moorantilopen,
Krokodile und Flußpferde.
Morgens
nach dem Aufstehen gab es nur eine Tasse Kaffee und ein paar Muffins,
da schon recht bald auf die Morgenpirsch gefahren wurde. Unterwegs
wurde dann aber irgendwo angelegt, und uns wurde ein Imbiß gereicht.
Gegen Mittag waren wir zurück in der Lodge, und dort gab es dann
ein sehr reichhaltiges Brunch. Die Mittagszeit habe ich dann auf der
Terrasse meines Chalets verbracht, wo ich die Ruhe genossen habe,
aber auch sehr viele kleine Tiere beobachten konnte.
Am
Nachmittag fuhren wir so gegen 15:30 Uhr hinaus auf die Pirsch, von
der wir noch vorm Sonnenuntergang zur Lodge zurückgekommen sind.
Denn zum Sonnenuntergang ging es in die Fisheagle-Bar. Von hier hatten
wir einen schönen Blick übers Wasser nach Westen. Hier ließ
sich der Sundownerdink wirklich genießen.
Um
20:00 Uhr wurde dann zum Dinner geläutet. Es gab sehr reichhaltige
Dreigängemenüs. Nach dem Dinner ließen wir den Abend
dann am Lagerfeuer gemütlich ausklingen.
Am
14. Juni um 12:00 Uhr ging dann mein Flug ins nächste Camp. Es
war die Khwai River Lodge am nördlichen Rand des Moremi Wildlife
Reserve.
Auch
in diesem Luxuscamp gingen die zwei Tage viel zu schnell vorbei.
Morgens
und Nachmittags ging es mit dem Geländewagen auf Pirsch. Meist
in das Moremi WR, wo es einiges an Großwild zu sehen gab.
Vor
allem die Nähe zu den Elefanten fand ich sehr spannend. Zum Teil
standen wir nur einige Meter neben den grauen Riesen. Für mich
war es aber auch toll, Giraffen, Zebras, Impalas, Kudus und Löwen
in freier Wildbahn zu sehen. Zum Ende der Pirsch hat der Guide einen
schönen Platz gesucht, wo wir uns zum Picknick, bzw. abends zum
Sundowner, hingestellt haben. Das Essen im Camp war sehr reichhaltig
und sehr gut.
Von
meinem Chalet aus hatte ich einen Ausblick auf den Khwai River, wo
immer ein paar Elefanten zum Trinken kamen. Vorm Chalet versammelten
sich Paviane, Impalas und diverse Vögel. Des Nachts kamen die
Elefanten ins Camp, und haben neben meinem Chalet die Schoten der
Kameldornakazien gefressen.
Die
Highlight´s der Pirschfahrten waren neben den Löwen am
gerissenen Gnu, die Begegnungen mit drei Leoparden an einem Tag. Unser
Guide sagte, das nur 10% der Gäste einen Leoparden zu sehen bekommen.
Nur ganz wenige Prozent der Gäste haben das Glück gehabt
zwei Leoparden zu sehen. Aber er konnte sich nicht daran erinnern,
das jemals drei Leoparden von den Gästen gesehen wurden!
Am
16. Juni wurde ich dann wieder mitten ins Okavango Delta, zur Sandibe
Lodge geflogen.
Die
Lodge liegt an einem dicht mit Papyrus bewachsenen Flußlauf.
Das Hauptgebäude ist um große, alte Bäume herumgebaut,
die nun durchs Dach wachsen, welches eine Kolonie von Fruchtfledermäusen
beherbergt hat..
Als
Unterkunft dienen kleine Lehmhütten mitten im Busch. Nur durch
einen Trampelpfad mit dem Haupthaus verbunden.
Es
wurden sowohl Bootstouren durch den Papyruswald gemacht, als auch
Fahrten mit dem Geländewagen.
Auf
den Bootstouren waren leider kaum Tiere zu sehen.
Dafür
war das Highlight bei den Pirschfahrten eine riesige Büffelherde,
der sich ein Löwenrudel angeschlossen hatte.
Bis
auf ein paar Bullen war die Herde allerdings sehr scheu, so das wir
sie nur aus der Entfernung sehen konnten, was aber auch recht imposant
war, da die Herde eine Menge Staub aufgewirbelt hat, der dann über
die Herde hinwegzog.
Ein
weiteres schönes Ziel war ein Hippopool, in dem sich zahlreiche
Flußpferde tummelten.
Am
Abend, zum Dinner saßen wir an einer langen Tafel unter den
großen Bäumen. Auch hier gab es ein sehr leckeres Dreigängemenü.
In
allen drei Camps gab es am Abend einen ganz besonderen Service. Da
die Nächte im Juni sehr kalt werden, und die Unterkünfte
der heißen Tagestemperaturen wegen sehr luftig gebaut sind,
gab es zum Schlafengehen eine Wärmflasche ins Bett. Außerdem
gab es noch einen Zettel mit einer Gute-Nacht-Geschichte.
Am
18.Juni hieß es dann für mich, Abschied vom Okavango Delta
nehmen. Mit dem Buschtaxi ging es dann zurück nach Kasane.
Von
dort weiter mit dem Transferbus nach Victoria Falls, wo ich vier Stunden
Aufenthalt im Victoria Falls Hotel hatte.
Von
Victoria Falls ging es dann mit Air Zimbabwe zurück nach Harare,
wo ich eine Nacht geblieben bin.
Am
Morgen des 19. Juni wurde ich von der Besitzerin der dortigen BRITZ-Carstation
abgeholt. Ich hatte mir einen Toyota Hilux 4X4 Campmobil gemietet,
das ich nun übernommen hatte. Die ersten Kilometer auf der linken
Straßenseite waren schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Am
Stadtrand von Harare habe ich in einem Supermarkt erstmal kräftig
eingekauft, denn nun war ich als Selbstversorger unterwegs.
Von
Harare ging es dann Richtung Norden nach Mount Darwin, da in wenigen
Tagen eine totale Sonnenfinsternis anstand. Es ist eine sehr schöne
und abwechslungsreich Landschaft. Die Bevölkerung, vor allem
die Kinder, haben mir zugewunken und hatten immer ein Lachen im Gesicht.
Durch
Mount Darwin bin ich erstmal durchgefahren, da es doch kleiner ist,
als ich gedacht hatte.
In
Mt. Darwin habe ich dann einen Campingplatz gesucht. Auf meiner Suche
bin ich dann in einen Supermarkt gegangen, wo mir der Besitzen dann
eine Lodge vermittelt hat, die seinem Schwager gehört. Ein Bekannter
hat mich dann abgeholt, um mir den Weg zur Lodge zu zeigen.
Wir
sind aber erstmal Kreuz und Quer durch Mt. Darwin gefahren, weil er
allen zeigen wollte, wie er mit mir im Camper sitzt. Schließlich
sind wir auf einer Anhöhe angekommen, wo dann die Lodge war.
Sie nennt sich " Pagomo - Stop - Over". Es ist ein netter
Familienbetrieb. Ich habe dann mit dem Besitzer ausgemacht, das ich
in meinem Camper übernachte. Wofür hatte ich ihn sonst gemietet?
Nach
und nach kamen immer mehr Sonnenfinsternis-Touristen, unter anderem
auch drei Deutsche. Wir haben uns dann auch schnell angefreundet,
und sind am nächsten Tag gemeinsam auf Tour gegangen, um einen
Platz zu finden, von wo wir die Sonnenfinsternis beobachten wollten.
Wir haben schließlich ein kleines Bauerndorf gefunden, hoch
im Norden von Zimbabwe, und direkt auf der Zentralline der Sonnenfinsternis.
Auf der Zentrallinie ist die Sonnenfinsternis am längsten zu
sehen.
Am
21. Juni sind wir dann zu dem Dorf gefahren, und haben unsere Fotoausrüstung
aufgebaut.
Nach
und nach kamen immer mehr Menschen aus den umliegenden Dörfern.
Sie setzten sich etwas abseits, und beobachteten uns ganz genau. Hier
im Norden haben sich anscheinend noch keine Touristen hin verlaufen.
Auch wir waren die einzigen Touristen weit und breit.
Wir
erklärten ihnen, was sich am Himmel abspielen wir, und verteilten
ein paar SoFi-Brillen. Doch selbst als die Sonnenfinsternis schon
begonnen hatte, war es ihnen wichtiger zu sehen, was wir machen.
Erst
als die Sonne schon fast ganz bedeckt war, merkten sie, das da etwas
Unglaubliches am Himmel passiert. Während der totalen Phase der
Finsternis fingen sie an zu johlen und wild durcheinander zu erzählen.
Die
Sonnenfinsternis war ein unbeschreiblich schönes Erlebnis. Der
Himmel war total wolkenlos.
Mit
einsetzender Dunkelheit kamen die Kühe des Dorfes in ihre Krale
zurück, wie sie es wohl sonst zum Sonnenuntergang machen. Die
Vögel verstummten und eine kühle Briese machte sich auf.
Und
als auch der letzte Sonnenstrahl hinter dem Mond verschwunden war
zeigte die Sonnenfinsternis ihre volle Herrlichkeit. Der Sternenhimmel
kam zum Vorschein und der Horizont erstrahlte in einem zarten Rotton,
als wolle die Sonne erst aufgehen.
3
Minuten und 14 Sekunden dauerte das Schauspiel, bevor der erste Sonnenstrahl
wieder hinter dem Mond hervorkam.
Erst
jetzt, als es wieder heller wurde, bemerkten wir, das sich die Dorfbevölkerung
ganz dicht um uns herumgestellt hat, als suchten sie Schutz vor dem
Himmelsgeschehen.
Die
Kinder kamen ganz nah heran. Wir machten dann noch ein paar Faxen,
was die Kinder sehr amüsierte.
Es
war ein einmaliges Erlebnis, die Sonnenfinsternis mit diesen Menschen
zu erleben, die noch nicht so touristisch Geprägt sind. Das wird
mir immer in Erinnerung bleiben!
Zur
selben Zeit sollen sich in Mt.Darwin an die fünftausend Menschen
die Sonnenfinsternis angeschaut haben. Da hatten wir doch den besseren
Standort gewählt!
Am
späten Nachmittag waren wir dann zurück im Pagomo - Stop
- Over in Mt. Darwin, wo wir das Ereignis gebührend bis in die
Nacht hinein gefeiert haben.
Am
nächsten Tag sind die Drei dann weitergefahren. Ich bin dann
zum Mavuradonha Wildness Area aufgebrochen. Es ist eine sehr schöne
und abwechslungsreiche Landschaft mit sanften Hügeln aber auch
hohen Paßstraßen.
Am
23. Juni bin ich zurück nach Mount Darwin zum Pagomo - Stop -
Over.
James,
der Besitzer ist mit mir dann noch umhergefahren, und hat mir die
Gegend um Mt. Darwin gezeigt.
Am
24. Juni ging es dann zurück nach Harare. Auto abgeben und ab
ins Holiday Inn, wo ich bis zum Abflug am 26. Juni geblieben bin.
Und
am Morgen des 27. Juni war ich, leider, wieder in Frankfurt.
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